Vienna MIR RoomPack 1 - Vienna Konzerthaus

Einführung

Das Wiener Konzerthaus

Das Wiener Konzerthaus beteiligte sich schon sehr früh an der Entwicklung von MIR und ermöglichte die Erforschung und Weiterentwicklung des bis dahin unbekannten Ansatz der Orchestermusik. Die Vienna Symphonic Library ist stolz darauf, alle berühmten Säle dieses einzigartigen Gebäudes in virtueller Form anbieten zu können, die das Ergebnis wochenlanger Aufnahmen in diesen Räumen sind. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, den Mitarbeitern des Wiener Konzerthauses und vor allem ihrem ehemaligen technischen Leiter Heinz Repper nochmals unseren tiefsten Dank auszusprechen.

Ohne ihre Weitsicht, Geduld und Großzügigkeit wäre die Wiener MIR nicht das, was sie heute ist.

Geschichte

Das Wiener Konzerthaus ist eine der größten und künstlerisch fortschrittlichsten Institutionen des internationalen Musiklebens. Im Laufe einer Saison, die sich von September bis Juni erstreckt, finden rund 750 breit gefächerte Veranstaltungen statt und mehr als 600.000 Besucher können rund 2.500 verschiedene Werke hören. Mit diesem umfassenden und vielfältigen Angebot trägt das Wiener Konzerthaus - gemeinsam mit der Wiener Staatsoper und dem Musikverein - wesentlich zum Ruf Wiens als eine der führenden Musikmetropolen der Welt bei.

Das Wiener Konzerthaus hat seit seinen Anfängen höchste kulturelle Ziele und künstlerische Mission verfolgt: "Als Ort der Kultivierung der schönen Musik, als Treffpunkt künstlerischer Bestrebungen, als Heimat der Musik und als kulturelles Zentrum für Wien zu wirken". In diesem Sinne wurde das Konzerthaus am 19. Oktober 1913 mit einem Festkonzert in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph I. eingeweiht. Richard Strauss schrieb aus diesem Anlass das "Festliche Präludium op. 61", dem Beethovens Neunte Symphonie folgte. Diese Programmkombination aus einem zeitgenössischen Werk und einem Meisterwerk aus der Vergangenheit diente als Vorbild für die zukünftige Ausrichtung des Wiener Konzerthauses: Traditionsbewusstsein und Innovationsfreude bilden auch heute die tragenden Säulen der künstlerischen Identität des Konzerthauses.

Das Wiener Konzerthaus war stets offen für neue künstlerische Einflüsse und bemüht sich, den Ansprüchen der Tradition gerecht zu werden. Art und Umfang der Veranstaltungen, die seit 1913 im Wiener Konzerthaus stattfanden, haben sich im Laufe der Zeit erweitert und spiegeln den Wandel des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Zeit wider.

Die gesellschaftlichen Umwälzungen und Finanzkrisen der Zwischenkriegszeit prägten das künstlerische Schaffen des Konzerthauses nachhaltig und führten zu einem vielfältigen kulturellen Angebot, das für die damalige Zeit wegweisend war. Neben der konsequenten Ausrichtung auf das klassische Repertoire standen in den Programmen der zwanziger und dreißiger Jahre große Uraufführungen, Jazz- und Popkonzerte, Lesungen berühmter Schriftsteller, Vorträge über Spiritualismus, Veranstaltungen zum modernen Tanz, Symposien, Konferenzen sowie Fecht- und Boxweltmeisterschaften auf dem Programm.

Die Jahre zwischen 1938 und 1945 waren von kultureller Armut geprägt. Unter dem zerstörerischen Druck des nationalsozialistischen Regimes wurde das Konzerthaus zu einem Propaganda- und Unterhaltungsgeschäft reduziert, das seiner wesentlichen künstlerischen Inhalte beraubt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte das Konzerthaus eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung und Erneuerung des österreichischen Musiklebens und wurde in den folgenden Jahren zum führenden Veranstalter zeitgenössischer Musik in Österreich und zur begehrtesten Bühne für internationalen Jazz in Wien. Die vom Konzerthaus geschaffene Veranstaltungsreihe prägte das Wiener Kulturleben entscheidend. Seither nehmen Alte Musik, Jazz und Neue Musik einen wichtigen Platz im Programm des Konzerthauses ein und tragen dazu bei, die klassische Musik in ihrer ganzen Bandbreite zu zelebrieren.

Die einzigartige Atmosphäre des Wiener Konzerthauses zieht nicht nur Künstler der internationalen Musikszene an, sondern bildet auch den Rahmen für zahlreiche weitere gesellschaftliche Veranstaltungen wie Bälle, Konferenzen, Dinner, Firmenpräsentationen und Feste. Die Erfahrung des Konzerthauses als Gastgeber verschiedenster Veranstaltungen reicht bis in die zwanziger Jahre zurück. Mit der letzten großen Renovierung (1998-2001) ist das historische Gebäude für die Herausforderungen des dritten Jahrtausends bestens gerüstet.

Architektur / Das Gebäude

Als das Wiener Konzerthaus 1913 nach nur zweijähriger Bauzeit offiziell eröffnet wurde, war es eines der modernsten Gebäude der Donaumonarchie. Von den renommierten Theaterarchitekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer in Zusammenarbeit mit Ludwig Baumann erbaut, setzte es neue Maßstäbe für seine Architektur, die besucherfreundliche Atmosphäre, die Bautechnik und die moderne Ausstattung. Die Gestaltung des Innenraums zeugte vom Erfahrungsschatz der Architekten. Die Eingangshalle und die Treppenhäuser wurden speziell für den freien Durchgang von rund 4.000 Personen konzipiert, während die drei Säle - alle auf gleicher Ebene, aber akustisch voneinander getrennt - einzeln oder gemeinsam für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden können. Die Akustik und Atmosphäre des Gebäudes boten sich für ein breites Spektrum kultureller Veranstaltungen an, während das Buffet, das Café und die drei Restaurants allen gastronomischen und sozialen Ansprüchen eines modernen Konzertbetriebs gerecht wurden. Die großzügige und gemütliche Atmosphäre des Gebäudes, die ein Novum im traditionellen Wiener Musikleben darstellte, begeisterte Publikum und Kritiker gleichermaßen.

Architektonisch präsentierte das Konzerthaus eine seltene Kombination von Historismus, Sezessionismus und Jugendstil. Die hohe bauliche Qualität des Gebäudes machte im Laufe der Jahre nur wenige Umbauten notwendig, die so ausgeführt wurden, dass der ursprüngliche Zustand des Konzerthauses weitgehend erhalten blieb. Der Erhalt des Gebäudes stand auch im Mittelpunkt der Generalüberholung, die von 1998 bis 2001 stattfand. Dabei wurde die historische Bausubstanz teils rekonstruiert, teils renoviert und das Gebäude mit modernster Technik und einem vierten Konzertsaal (dem "Neuen Saal") ausgestattet. Dank des sorgsamen und verantwortungsvollen Umgangs mit dem architektonischen Erbe kann das Wiener Konzerthaus heute als eines der modernsten Konzerthäuser der Welt angesehen werden, wobei seine historischen Wurzeln erhalten blieben.

Leute und Musik - Das Archiv

Das Archiv der Wiener Konzerthausgesellschaft stammt aus dem Jahr 1913, dem Jahr der Eröffnung des Konzerthauses. Es dokumentiert die künstlerischen, sozialen und kulturpolitischen Entwicklungen eines der bedeutendsten Konzerthäuser der Welt. Dabei konzentriert es sich insbesondere auf das Spannungsfeld zwischen Alt und Neu, zwischen Tradition und Avantgarde.

Unter buchstäblich zehntausenden von Objekten beherbergt das Archiv des Konzerthauses handschriftliche Manuskripte und Briefe von 1900 bis heute, von Anton Bruckner, Richard Strauss, Johann Strauss, Antonín Dvorák, Hugo Wolf, Luigi Nono, Ferdinand Löwe, György Ligeti, Friedrich Cerha, Karlheinz Stockhausen und vielen anderen.

Die Säle

1. Großer Saal (Great Hall)

  • Kapazität: 1865 (Erdgeschoss: 1116)
  • Auditorium: 750 m²
  • Bühne: 170 m²

John Williams: "Adventures on Earth". Gemischt mit VIENNA MIR - Konzerthaus / Großer Saal
Programmierung und Mix: Jay Bacal

Erbaut 1911-1913 nach Plänen von Ludwig Baumann, Ferdinand Fellner und Hermann Gottlieb Helmer. Der Große Saal, in dem weltberühmte Orchester, virtuose Solisten, renommierte Dirigenten und legendäre Jazzmusiker zu Hause sind, bietet Platz für 1'800 Zuhörer und bietet den perfekten Rahmen für ein vielfältiges musikalisches Angebot. Der Große Saal ist aus der großen Renovierung mit neuem Glanz hervorgegangen und hat trotz Verbesserungen der technischen Installation und des Publikumskomforts seine ursprüngliche Eleganz bewahrt. Seine einzigartige Atmosphäre eignet sich ideal für das breite künstlerische Angebot des Wiener Konzerthauses.

Der Große Saal hat internationalen Ruhm als einer der besten Konzertsäle der Welt erlangt, nicht zuletzt wegen seiner Rieger-Orgel mit 116 Registern. Die Liste der Menschen, die in den letzten 100 Jahren hier aufgetreten sind, liest sich wie das Who-is-Who der Musikgeschichte, zahlreiche wichtige Werke wurden hier uraufgeführt, und unzählige Aufnahmen wurden in diesem Saal gemacht. Zur Eröffnung komponierte Richard Strauss sein "Festliches Präludium op. 61". Abgeleitet von mehrtägigen Impulsantwortaufnahmen repräsentiert die Wiener MIR den Saal nun von vier typischen Mikrofonpositionen aus. Neben der Bühne selbst kann auf der Orgelempore, dem sogenannten "Engelschor" (etwa 17 Meter über der Bühne), den beiden Proszeniumsloggien und drei ausgewählten Plätzen auf dem Balkon gespielt werden.

2. Mozartsaal (Mozart Hall)

  • Kapazität: 704 (Erdgeschoss: 456)
  • Auditorium: 330 m²
  • Bühne: 105 m²

W. A. Mozart: "40th Symphony - 3rd mvt.". Gemischt mit VIENNA MIR - Konzerthaus / Mozartsaal
Programmierung: Jay Bacal; Mix: Dietz Tinhof, Jay Bacal

Für viele Künstler und Musikliebhaber ist dieser unvergleichliche Raum einfach der beste Kammermusiksaal der Welt. Offen und entspannend, einladend und intim, mit seiner unvergleichlichen Ausstrahlung stellt der Mozartsaal ein Juwel des internationalen Musiklebens dar. Als perfekter Rahmen für alle Arten von Kammermusik, von Lauten- und Liederabenden bis hin zu Streichquartetten und Kammerorchestern, bietet er Platz für rund 700 Zuhörer - eine ideale Größe, um die Intimität von Kammermusik- und Rezital Aufführungen zu erleben.

Der Mozartsaal genießt wegen seiner einzigartigen Akustik weltweites Ansehen. Diese Auszeichnung macht ihn zu einem Top-Favoriten bei führenden Ensembles und Solisten - und zu einem beliebten Veranstaltungsort für Aufnahmen.

MIR stellt vier typische Mikrofonpositionen dieses Saals zur Verfügung.

3. Schubertsaal (Schubert Hall)

  • Kapazität: 366 (Erdgeschoss: 456)
  • Auditorium: 240 m²
  • Bühne: 50 m²

Jean Françaix: "Quatuor - Vivo Assai". Gemischt mit VIENNA MIR - Konzerthaus / Schubertsaal
Programmierung und Mix: Jay Bacal

Dies ist der kleinste der "klassischen" Säle des Wiener Konzerthauses, der hauptsächlich für Kammermusik und Solokonzerte genutzt wird. Mit seinem festlichen Charakter stellt der Schubertsaal das perfekte Modell eines Musiksalons dar, wobei die nach der Renovierung wiederverwendeten Fenster dem Raum sein elegantes, luftiges Aussehen zurückgegeben haben.

Ausgestattet mit rund 330 Sitzplätzen eignet es sich für eine breite Palette von Kammermusikkonzerten, aber auch für Empfänge, Dinner und Vorträge. Es beherbergt die beliebte Mittagskonzertreihe sowie Veranstaltungen, die vielversprechenden jungen Musikern den Zugang zu einer professionellen Konzertbühne ermöglichen. Im Schubertsaal des Wiener Konzerthauses wurde schon so manche musikalische Karriere gestartet.

MIR stellt vier typische Mikrofonpositionen dieses Saals zur Verfügung.

4. Neuer Saal (New Hall)

  • Kapazität: 400
  • Fläche: 340 m²

Eugène Bozza: "Jour d'été à la montagne". Gemischt mit VIENNA MIR - Konzerthaus / Neuer Saal
Programmierung und Mix: Jay Bacal

Mit dem Ziel, den zeitgenössischen musikalischen Trends gerecht zu werden, entstand im Zuge der Generalsanierung des Hauses von 1998 bis 2001 im Untergeschoss ein neuer Konzertsaal - eine Klangbühne mit flexiblen Podien und beweglichen Akustikmodulen sowie moderner Elektroakustik- und Beleuchtungstechnik. Mit einem angegliederten Regieraum erfüllt der Neue Saal perfekt die Bedürfnisse einer Ton Bühne für Aufnahmen auf dem neuesten Stand der Technik. Aber nicht nur die internationale zeitgenössische Musik hat hier eine neue Heimat gefunden: Als Saal der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten eignet er sich gleichermaßen für Workshops, Aufnahmen und Proben, künstlerische Experimente und Veranstaltungen aller Art.

Die MIR repräsentiert den Saal von vier typischen Mikrofonpositionen aus. Die gewählte Einstellung war die einer eher konventionellen Bühnensituation. Zusätzlich zur Bühne können ausgewählte Plätze an den Seiten und im hinteren Teil des Saals genutzt werden; und zur Abrundung gibt es eine Position "da draußen im Gang".

5. Foyer und Hauptstiege (Foyer and Grand Staircase)

Erbaut 1911-1913 nach Plänen von Ludwig Baumann, Ferdinand Fellner und Hermann Gottlieb Helmer. Das Foyer enthält viel Marmor und Spiegel, und obwohl es ursprünglich nicht als Konzertsaal gedacht war, wird seine prächtige Akustik mit 6-Sekunden-Hall bei besonderen Anlässen, wie z.B. Eröffnungsfeierlichkeiten von Festen oder traditionellen Gesellschaftsveranstaltungen, häufig genutzt.

Gottfried Reiche: "Abblasen (Piccolo trumpet)". Gemischt mit VIENNA MIR - Konzerthaus, Foyer
Programmierung und Mix: Jay Bacal

MIR repräsentiert den Saal von vier typischen Mikrofonpositionen aus. Die gewählte Einstellung entspricht mehr oder weniger der einer konventionellen Konzertsituation mit der Treppe als Bühnenfläche. Ausgewählte Plätze an den Seiten und hinter den Mikrofonen können ebenfalls genutzt werden. - Das hinterste Mikrofon kann aufgrund seiner Nähe zur berühmten Statue als "Beethovens Ohr" betrachtet werden. :-)